Propaganda 2.0: Leserbriefe von der FDP

Die FDP setzt auf Präsenz in den Medien – wie alle Parteien. Diese versucht sie jetzt jedoch auch durch die Stimmen ihrer Anhänger zu erlangen: „Verbreiten Sie Argumente der Freiheit in der Presse. Schreiben Sie Leserbriefe an Ihre Zeitung.“ Innerhalb der parteieigenen Onlinekommunikationsplattform „Mitmacharena“ haben gewitzte Strategen ein Feature installiert, das Botschaften von Community-Mitgliedern per E-Mail an Printmedien weiterleitet. Spiegel und Focus, die sechs überregionalen Formate Financial Times Deutschland, das Handelsblatt, Neues Deutschland, die Süddeutsche, sogar die taz (!) sowie 13 regionale Tageszeitungen lassen sich per Checkbox-Aktivierung alle auf einmal mit der liberalen „Lesermeinung“ beliefern.

FDP Leserbriefe

Nicht nur die intrinsische Motivation soll zur FDP-nahen Meinungsverbreitung führen, jeder „Leserbrief“ wird zusätzlich mit 100 Punkten vergütet, die der „Freund der Freiheit“ – so heißen die Mitglieder der Mitmacharena – später im FDP-Shop einlösen kann. Das ist so offensichtliche sublime Öffentlichkeitsarbeit, dass man es fast schon wieder ehrlich nennen könnte. Es bleibt zu hoffen, dass in diesem Fall die Rolle der Medien als Gatekeeper noch nicht gänzlich ausgedient hat.

Sonja

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Eine Antwort zu “Propaganda 2.0: Leserbriefe von der FDP

  1. blöd ist das ja nicht… Man staune, dass so was wirklich umgesetzt wird. Ist das schon online? Die Kontrolle wird halt nur „scheinbar“ aufgegeben, eigentlich wird sie so doch vergrößert. Oder was meint ihr? Gibt es auch best-practice Beispiele?

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