Archiv der Kategorie: Dialog

Neue App für SPD-Wahlkampfreporter

Der Onlinewahlkampf setzt auf immer ausdifferenzierte Technik. Jetzt hat die SPD als erste deutsche Partei von A&B FACE2NET eine iPhone-Applikation entwickeln lassen, die einen Datenaustausch mit Wahlreportern ermöglichen soll.

iPhone App der SPD

SPD-affine Bürger können sich die Applikation herunterladen und darüber mit ihrem iPhone aufgenommene Fotos von Wahlkampfszenen direkt an die SPD senden. Bild, Beschreibung und der Name des Fotografen wird kurze Zeit später auf wahlkampf09.de präsentiert. Über GoogleMap lassen sich alle Fotos nach Wunschort anzeigen.

Die App für das iPhone ist dabei nur der Anfang, lässt Dietrich Boelter, Geschäftsführer der Agentur verlauten, und begegnet damit potentiellen kritische Reaktionen:

„Dass wir unsere ersten Schritte im mobile Campaigning auf das iPhone konzentriert haben, sei uns verziehen. Irgendwo muss man eben anfangen. Die Besitzer anderer netzfähiger Telefone bitten wir um ein wenig Geduld – eine dot-mobi-Anwendung ist in Arbeit, damit bekommen wir die Ausweitung des mobilen SPD-Wahlkampfes auf alle Mobiltelefone mit Internetzugang hin. Und über neue Twitter- und Facebook-Features für ein mögliches Update von iSPD denken wir natürlich auch schon nach.“

Jetzt bleibt es spannend, inwieweit die anderen Parteien angesichts der weniger als 100 verbleibenden Tage bis zu den Bundestagswahlen noch technischen aufrüsten werden. Und: Ob die SPD sich durch technische Raffinessen bei der Netzgemeinde doch noch ein paar Sympathiepunkte abholen kann – nach dem Negativ-Dämpfer durch die Netz-Sperre.

Sonja

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Wir suchen einen Namen …

… und zwar für ein Spiel, welches demnächst auf Facebook laufen wird. Bei diesem Spiel wird es darum gehen, ein eigenes Kabinett zu gründen, seine Facebook-Kontakte je nach politischem Geschick zu Ministern zu ernennen, eine fähige Facebook-Regierung zu gründen und Democracy-Points zu sammeln, indem man den Ausgang der Debatte der Freitagsfrage in der Wahlkampfarena korrekt vorhersagt.

Jetzt fehlt uns nur noch ein passender Name für das Spiel und hier seid Ihr gefragt. Stimmt darüber ab, wie das Facebook Game heißen soll:

1. Superkanzler

2. Freundestag

3. MyKabinett

4. Staatsballett

5. Elefantenrunde

Einfach Eure Antwort als Kommentar unter den Beitrag schreiben oder bei twtpoll oder auf Facebook abstimmen.

Natürlich nehmen wir auch gern neue Vorschläge auf.

Anja

:(

Die Schweizer haben’s erfunden

Ohne viel Taraaa zeigt uns die schweizer FDP, wie man den Internetwahlkampf im Jahre 2009 sinnvoll gestalten kann. Dabei geht es der FDP weniger um aufgemotzte Animationsfilmchen und das Heruntermachen von Kandidaten anderer Parteien. Klar und geradeheraus werden Themen angesprochen, die der FDP in Luzern wichtig sind. Ein Kandidat ist uns dabei besonders aufgefallen: Marco Fischer, ein 29 jähriger Jurist, der sich als Vertreter der jungen Generation Luzerns sieht.

„Das beste Argument gewinnt“

Unter diesem Motto – besonders relevant im Wahljahr 2009 – starten am 25. Juni 2009 die zweiten Berliner „Seitensprünge“. Dabei handelt es sich keinesfalls um einen gemeinschaftlichen Ehebruch Berliner Pärchen, sondern um den Tag der politischen Kommunikation, an dem die Branche, die die Politik rund um das Regierungsviertel berät, ihre Türen öffnet um sich und ihre Arbeit der Öffentlichkeit vorzustellen und die Fragen rund um politische Kommunikation zu beantworten. Parteien, Ministerien, Verbände, Unternehmen, Medien und Agenturen wollen auf diesem Weg eine Plattform bieten, auf der sichtbar wird, was genau politische Kommunikation für die Demokratie leistet. Insgesamt laden 50 Stationen zum Kennen lernen ein, darunter Einrichtungen wie das Bundespresseamt, die Deutsche Gesellschaft für Auswärtige Politik (DGAP), die FDP-Bundesgeschäftsstelle aber auch die Berliner Agentur Newthinking Communications.

Quelle: fischerAppel

Im letzten Jahr nutzten rund 1000 Besucher die Möglichkeit, sich über den Arbeitsalltag politischer Kommunikation zu informieren. Auch in diesem Jahr wird mit einer großen Besucherzahl gerechnet. Die Teilnahme am Event ist kostenfrei. Anmeldebögen und weitere Informationen zu den teilnehmenden Einrichtungen, zum Programm und den Stationen des Tages finden sich unter www.seitensprünge-berlin.de.

Der Vorwärts – die Parteizeitung der SPD – ist ein weiterer Unterstützer der Seitensprünge 2009 und sucht für die Berichterstattung über das Event noch politikinteressierte Berliner Blogger. Wer sich angesprochen fühlt, kann sich hier dafür anmelden.

„Und jetzt benehmen sie sich alle wie kleine Obamas“: WKA im Interview mit Andrea Nahles

Im Vorfeld der Bundestagswahlen 2009 traf Jan Andrea Nahles zu einem Interview. Bei dem Gespräch mit der stellvertretenden SPD-Parteivorsitzenden, das aufgrund der Länge als dreiteilige Serie veröffentlicht wird, lag der Fokus auf dem Dialog mit den Bürgern, dem Engagement, sich im Internet zu engagieren, Kontrollverlust und knappen Zeitressourcen.

Wie erklären Sie sich den Run auf das Internet im Kontext des Wahljahres 2009?

Einfach durch die User. Als ich im Deutschen Bundestag 1998 mit der Politik begann, habe ich in meinem Wahlkreisbüro E-Mail-Unterricht für ältere Parteimitglieder gemacht und habe händeringend darum gebeten, dass ich mehr E-Mailadressen in meine Verteiler bekomme. Weil das einfach unschlagbar preiswert war. Wenn ich daran denke, dass ich damals noch circa die Hälfte meiner Korrespondenz per Post aufgegeben habe, so ist das auch ein Kostenfaktor. Also haben wir auch die Älteren, die skeptisch gegenüber dem Medium waren, systematisch in Kursen, auch am Wochenende, langsam an das Internet herangeführt.

Mittlerweile ist es gar kein Thema mehr. Es gibt keinen einzigen der hier vor Ort in meiner Partei aktiv ist, der keinen E-Mail-Anschluss hat. Das heißt: In den letzten 10 Jahren hat sich die Möglichkeit Menschen so zu erreichen schlichtweg verdreifacht oder vervierfacht – jedenfalls aus meiner Sicht völlig verändert. Durch diesen Anstieg der Userzahlen – auch bei älteren Menschen – kann ich als Politiker die Bürger besser erreichen. Darauf bin ich angewiesen. Das ist so ganz simpel. Ich will möglichst viele Menschen erreichen.

Andrea Nahles

Werden Sie stärker über E-Mails oder über die Post kontaktiert?

Immer auch noch über den klassischen Postweg. Obwohl ich noch sehr viel Post bekomme, ganz klassisch, ist es aber so dass, wenn man das abzählen würde, die E-Mails sich in einem Verhältnis von 65 zu 35 Prozent zur Briefpost bewegen – also doch deutlich Übergewicht haben. Weiterlesen

Jede Stimme zählt: Die Wahlkampfarena ist online

WKA-Logo

Unser Projekt ist ab sofort online und kann getestet werden: Die Wahlkampfarena ist eine Debattierplattform für Politikinteressierte und Politiker, die von uns – einem studentischen Projektteam der Universität der Künste Berlin – konzipiert wurde.

Die Wahlkampfarena: Raum für politische Debatten im Netz

Am Anfang stand die Idee, den persuasiven Wahlkampfaussagen eine reflektierte inhaltliche Auseinandersetzung gegenüberzustellen und die interaktiven Qualitäten des Internets in ein politisches Kommunikationsangebot zu integrieren. Wichtige Aspekte, die die Nutzer tatsächlich interessieren und von der politischen Agenda nicht berücksichtigt werden, sollen auf der Wahlkampfarena in Form von spannenden Debatten verhandelt werden.

Wahlkampfarena

Kollaborativer Konzeptionsprozess

Die letzten Monate haben wir uns mit dem politischen Geschehen im Internet auseinandergesetzt sowie mit verschiedenen Akteuren wie Politikbloggern, Internetexperten, Politikern, Informationsarchitekten und anderen politikinteressierten Menschen gesprochen und möchten uns für Zeit, Geduld, Ideen, Anregungen und Kritik nochmals bedanken! Die Wahlkampfarena stellt die Fusion der gesammelten Erfahrungen dar und ist gleichzeitig unser Abschlussprojekt im Studiengang Gesellschafts- und Wirtschaftskommunikation.

Als Partner für das Projekt konnte der Freitag gewonnen werden, so dass das Konzept der Wahlkampfarena gemeinsam umgesetzt werden konnte und nun auf freitag.de/community/arena ab sofort einen Wettstreit der Meinungen initiiert!

Prototyping

Paper Prototyping

Streiten, Stimmen, Stellungnehmen

Stellt die Fragen, die Euch interessieren, nehmt zu anderen Fragen und Meinungen Stellung und wählt das beste Argument sowie die „Freitagsfrage der Woche“ – eine Frage, die eine Woche lang prominent auf der Startseite der WKA platziert und diskutiert wird, da sie die meisten Nutzer interessiert. Die aktuelle Freitagsfrage der Woche wurde zum Start der Wahlkampfarena ausnahmsweise von der Redaktion gewählt und hat in der Redaktionskonferenz bereits eine längere Debatte ausgelöst (that`s what we like), letztendlich heißt sie nun: „Ist die EU-Wahl überflüssig?“ 

Freitagsfrage der Woche

Debattiert mit, werft Eure eigenen, vielleicht noch drängenderen gesellschaftspolitischen Fragen in die Wahlkampfarena und initiiert Diskussionen! Wir sind gespannt, was passiert.