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Piratize Them: Neue Wahlkampf-App der Piratenpartei?

Schneller, höher, weiter … im Online-Wahlkampf übertreffen sich die Parteien. Wie die Wahlkampfarena berichtete, hatte erst kürzlich die SPD eine iPhone App herausgebracht, die den superschnellen Datenaustausch zwischen Wahlreportern vor Ort und der SPD-Zentrale ermöglicht. Aber wie wäre es, wenn man die Menschen einfach schon im Telefon zu Anhängern seiner Partei machen kann? Mit dem Piratizer kein Problem. Ob die Piratenpartei dahinter steckt, bleibt im Dunkeln. 🙂

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Wer stellt wo die Fragen?

Wie sie bestimmt schon gemerkt haben, gibt es seit einigen Wochen ein neues Debattiertool auf freitag.de: die WahlkampfarenaDort können Sie gesellschaftspolitisch relevante Fragen anbringen, über die wichtigste Frage abstimmen, natürlich Ihre Meinung zum Thema abgeben und Meinungen anderer User kommentieren und so die Debatte starten. Das Wesentliche ist jedoch, dass SIE die Fragen stellen, die Sie bewegen und über die Sie sich gern mit anderen Usern aus der Community austauschen möchten.

Ganz anders, aber auch charmant, läuft es beim YouTube-Channel zur Bundestagswahl 2009. Dort stellen Politiker die Fragen ans Volk, und zwar die Spitzenkandidaten der Parteien im Bundestag.

So zum Beispiel fragt Gregor Gysi Sie danach, wie Sie das Zusammenleben der Menschen besser gestalten würden. Und Jürgen Trittin fragt nach Ihren  Anregungen zur Lösung des Atommüllproblems. Haben Sie eine Idee? Dann posten Sie doch eine Videobotschaft als Antwort. Richtige Debatten kommen dort zwar nicht auf, aber dafür gibt’s ja schließlich auch die Wahlkampfarena 🙂

Sie meinen es ernst!

Die geringe Wahlbeteiligung zur Europawahl sagt eines klar und deutlich: So geht es nicht weiter! Ob nun Grün, Gelb-Blau, Rot oder Schwarz – was für einen Unterschied macht’s am Ende? Also sind viele Wähler am letzten Sonntag gleich mal zu Hause geblieben.

In Schweden jedoch zog nach der EU-Wahl eine kleine Partei ins Parlament, die für viele Bürger eine Alternative darstellen könnte. Die schwedische Piratpartiet holte sich satte 7,1 % der Wähler-Stimmen und kann nun 18 Abgeordnete ins EU-Parlament schicken. 

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Auch in Deutschland ist die Piratenpartei längst keine Unbekannte mehr. Allerdings sprechen wir hierzulande nur von einerm Wahlergebnis von rund 0,9 % bei der EU-Wahl. Aber was nicht ist, kann ja noch werden. Nach eigenen Angaben sind die Piraten schon in 11 der 16 deutschen Bundesländer gesegelt und haben dort unter dem Motto „Klar zum Ändern“ ihre Landesverbände aufgebaut. Was bei der Europawahl für die – immerhin erst seit 2 Jahren bestehende – Piratenpartei Deutschland noch etwas mau aussah, soll sich zur Bundestagswahl ändern. Abhilfe schafft vielleicht ihre Wahlkampfplattform, auf der sich das Parteiprogramm, die Kandidaten und ein Blog finden, in dem dann zum Beispiel zu Unterschriftensammlungen aufgefordert wird, damit sich die Partei zu den nächsten Wahlen aufstellen lassen kann.

Bei diesen Piraten geht es allerdings weniger um Rum und Raub, als um Themen wie das Urheberrecht/nicht-kommerzielle Vervielfältigung, Privatsphäre und Datenschutz, Patentregelungen, die Transparenz von Verwaltung und Politik, Open Access oder Freie Kommunikation.

 

Wer die Piratenpartei unterstützen möchte, findet unter den oben stehenden Links weitere Informationen zu ihnen.

 

Anja

Onlinewahlkampf als Einbahnstraße? WKA im Interview mit Markus Beckedahl

Markus Beckedahl über die Wahlkampfstrategien der Parteien, twitternde Politiker und Langeweile bei Youtube

Markus Beckedahl gehörte schon vor der medienwirksamen Abmahnung durch die Deutsche Bahn zu den prominenten Webakteuren Deutschlands. Seit 2002 bloggt er auf netzpolitik.org über Politik und die digitale Gesellschaft und engagiert sich auch offline auf politischem Terrain wie Telekommunikation, Datenschutz, Urheberrecht oder Freies Wissen. Der Internetexperte betreibt zudem die Berliner Agentur newthinking communications und hat zusammen mit dem Politologen und Journalist Falk Lüke kürzlich die dritte Kurzstudie zu „Politik im Web 2.0 – Zwischen Strategie und Experiment“ herausgegeben. Im Interview mit der Wahlkampfarena geht es um den amerikanischen Einfluss, Status Quo und Potential des deutschen Wahlkampfgeschehens, Markus Beckedahls Wahlkampfthesen und die Qualität der politischen Kommunikation im Netz.

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